Hallo Baby – Wie mein Kind mein Leben verändert hat


Leben mit Kind / Samstag, Februar 3rd, 2018

Unser kleines Fräulein Rosa war ein absolutes Wunschkind. Lediglich der Zeitpunkt war doch sehr spontan. Wir waren gerade ein Jahr verheiratet, finanziell einigermaßen aufgestellt und in den Flitterwochen nach unserer kirchlichen Hochzeit. Wir saßen also beim Sonnenuntergang auf der Terrasse dieses wahnsinnig tollen Luxushotels auf Mallorca, direkt am Meer, und tranken ein wirklich gutes Glas Wein. Weshalb auch immer stellten wir dann fest, dass es den richtigen Zeitpunkt, ein Baby zu bekommen, eigentlich gar nicht gibt. Also beschlossen wir, dass Jetzt eigentlich auch okay wäre.

Du kannst dir vorstellen, dass wir da mit unserem Glas Wein am Meer keine Schwangerschaftsratgeber gelesen hatten. Oder Ratgeber darüber wie man das so macht mit dem Eltern sein. Wir gingen ziemlich blauäugig an die Sache ran, irgendwie würden wir das schon hinbekommen (Spoiler: Haben wir auch!). Kurz: Wir hatten keine Ahnung davon, was es bedeuten würde Eltern zu sein. Ich machte also früh Pläne für die Zeit mit Baby, schließlich würde ich dann zwei volle Jahre in Elternzeit verbringen. Mein Trugschluss: Da hast du dann ja massig Zeit, um all das zu tun, was du schon immer tun wolltest. Neun Monate später kam das Fräulein Rosa auf die Welt. Und alles wurde anders als gedacht!

 

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Dein Leben wird komplett fremdbestimmt

In der Zeit vor Fräulein Rosa führte ich ein sehr selbstbestimmtes Leben. Ich tat was ich wollte und wann ich es wollte. Beruflich war ich viel auf Reisen und wohnte meist in Hotels. Sushi oder ein gutes Steak mit einem Glas Rotwein waren für mich nicht die Ausname, sondern die Regel. Schon in der Schwangerschaft begann dann schon der große Verzicht. Von 100 auf 0 in wenigen Tagen dank Berufsverbot. Mit meinen Plänen für die Zeit nach der Geburt versuchte ich das Beste daraus zu machen.

Ich war mir sicher ich könnte endlich Vollzeit fotografieren, mich selbst verwirklichen. Oder ich würde studieren. In jedem Falle würde ich eine Tonne Sushi und ein Steak in medium-rare essen. Dazu würde ich ein Glas Wein trinken (mindestens). Aber das Fräulein Rosa hatte andere Pläne. Sie wusste ja auch gar nichts von meinen. Durch unsere tolle Stillbeziehung ist Wein leider immer noch ein Tabu, aber immerhin gibt es inzwischen wieder Sushi und Steak! Du siehst, ich lernte, meinen Alltag nach ihr auszurichten und meine Wünsche und Ideen vorerst hinten an zu stellen, wenn nötig. Seitdem leben wir als Familie ein deutlich entspannteres und glücklicheres Leben. Meine 5 Gründe weshalb Loslassen der Anfang eines glücklichen Lebens ist, habe ich dir schon vor einigen Tagen mitgebracht.

Das Baby ist immer der Boss!

Meine Kamera wohnt inzwischen bei einer guten Freundin, die die Chance nun nutzt, um sich mit Profi-Equipment weiterzubilden. Es ist nicht so, als hätte ich keine Shooting-Termine vereinbart. Ich hatte sogar den ein oder anderen Termin wahrgenommen. Fakt ist aber, die kleine Maus brauchte ihre Mama mehr, als ich es mir hätte vorstellen können. Wenn ich auch nur für eine Stunde ohne sie das Haus verlies, dann weinte sie im Zweifel so lange, bis ich wieder da war. Selbstverständlich auf Papas Arm, aber dennoch. Wie sollte ich das ertragen? Genau. Gar nicht. Es brach mir mein Herz.

Ich habe also alle weiteren Termine abgesagt und wo das Baby nicht mitkonnte, bin ich nicht hingegangen. Nein, das war nicht leicht. Es hat sich anfangs angefühlt wie die vollständige Selbstaufgabe. Aber wenn ich dir eines mitgeben kann, dann: Es wird besser! Du musst nur durchhalten! Umso mehr sie sich selbst beschäftigen kann, umso leichter ist es nun für mich auch mal wieder eigene, babyfreie Wege zu gehen. Was sie nicht weiß: Ich vermisse sie in diesen Stunden aber inzwischen wahrscheinlich mehr, als sie mich.

Nicht jeder, den du für einen Freund hältst, ist auch wirklich ein Freund

Die Erkenntnis, die mich wohl am meisten erschüttert hat. Vermeintlich beste Freunde wurden zu Fremden. Es ist eben nicht für jeden in Ordnung und nachvollziehbar, dass ich nicht noch abends spät etwas trinken gehen konnte. Oder dass ich manchmal einen Tag nicht geduscht hatte. Spätestens wenn dann noch Breiflecken auf der teuren Bluse dazu kommen, trennt sich die Spreu vom Weizen. Das war und ist nicht leicht. Niemand verliert gerne einen Freund, der vorher für das eigene Leben wichtig war.

Aber ich kann dich beruhigen. Es treten neue Menschen in dein Leben. Da kommen Menschen mit und ohne Kinder, aber mit Verständnis. So war es auch bei uns. Für diese Menschen ist das Baby keine Belästigung, sondern ein Grund glücklich zu sein. Das sind die Menschen, mit denen du dich umgeben solltest. Denn sie geben dir das Gefühl, dass es gut ist wer du bist und was du tust. Und das ist viel mehr wert, als an falschen Freunden aus Gewohnheit festzuhalten. Meine Tochter stand immer an erster Stelle und für keinen Menschen der Welt lohnt es sich Kompromisse einzugehen, die sie betreffen. Diese Menschen lasse ich ziehen und erfreue mich an dem wunderbaren Lachen meines kleinen Wunders! Das solltest du auch tun!

Liebe ist ein noch viel größeres Gefühl, als du es je ahnen könntest

Ganz ehrlich? Ich war auf eine abstruse Art und Weise davon überzeugt zu wissen was Liebe bedeutet. Schließlich gibt es einen Herr Müller! Und den liebe ich! Aber als das Fräulein Rosa auf der Welt war, gab es auf einen Schlag Gefühle, die vermutlich nur eine Mutter nachvollziehen kann. Ich habe Stunden in meinem Stillsessel verbracht, weinend vor Überwältigung. Wie soll ein Mensch mit all diesen Emotionen umgehen? Es geht! Und es ist noch besser als du glaubst!

Anfangs war bei jeder kleinen Bewegung von Fräulein Rosa Angst und Sorge. War etwas mit ihr? Würde sie morgen früh auch wieder aufwachen? Was war wenn ich etwas falsch machte? Ja, solche Fragen wirst auch du dir wahrscheinlich stellen. Und ich habe kein Patentrezept, wie du diese Angst los wirst. Aber ich werde dir in den nächsten Tagen noch ein paar Tipps an die Hand geben wie du zumindest damit umzugehen lernst!

Vor allem aber war da Liebe. Die reinste und vollumfänglichste Form von Liebe, die mir je begegnet ist und wohl je begegnen wird. Mutterliebe! Nichts ist größer als das. Sie ist da, wenn ich morgens neben Fräulein Rosa wach werde oder wenn sie tagsüber Schabernack treibt. Und sie ist ebenso da, wenn sie nachts wach wird und meine Nähe sucht. Dieses Gefühl wird dich zu einem anderen Menschen werden lassen. Zu einer Löwin! Genau aus dieser Liebe heraus. Nutze diese Kraft für deinen Alltag und dich selbst. Nichts kann schief gehen, wenn wir uns diese Liebe jeden Tag ein bisschen mehr bewusst machen. Wenn du das Mama sein noch vor dir hast: Freu dich drauf! Es ist das beste Gefühl auf Erden!

Wie hat dein Kind dein Leben verändert? Gibt es Dinge, die du gerne vorher gewusst hättest?

25 Kommentare zu “Hallo Baby – Wie mein Kind mein Leben verändert hat”

  1. Das hast du wirklich toll geschrieben 🙂 ich habe noch keine Kinder und es sind die nächsten Jahre auch keine geplant 😉

    Liebe Grüße

    Sarah von sarah.shopaholic

  2. ein sehr eindrucksvoller Bericht liebe Marilena!
    ich habe selber keine Kinder und kenne diese Seite daher nur als Tante, von den Kindern meiner Schwester! aber auch hier kann ich deine Eindrücke nur bestätigen … mit einem Kind im Leben wird der ganze Alltag wohl komplett auf den Kopf gestellt – das ist vl nicht immer positiv, aber anderserseits wohl auch eine absolute Bereicherung 🙂

    liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

  3. Also das mit den Freunden ist ja schon ’ne harte Nummer.
    Meine beste Freundin hat momentan eine 5 wöchige Tochter zuhause und ich bin schon 2 Mal zu ihr gefahren, um sie einfach ein bisschen zu unterstützen und zu schauen, wie es so läuft.
    Und ja, das mit der Liebe sehe ich auch bei ihr. Scheinbar das beste Gefühl auf der Welt, welches ich hoffentlich auch in den kommenden Jahren spüren darf. 🙂

    LG
    Laura

    1. Ja, leider macht man dann auch solche Erfahrungen. Aber man lernt damit umzugehen.
      Klasse! Für so eine Unterstützung ist jede Mama (gerade in den ersten Wochen) super dankbar! Alles Gute für sie und die kleine Maus!

  4. Ach, das hast du so schön geschrieben und so auf den Punkt getroffen! Das mit den Freunden haben wir auch erlebt. Diejenigen, die auch nach 2 Jahren immer noch abends weggehen wollen (mein Kind braucht mich auch jetzt abends und nachts noch sehr). Und was Liebe bedeutet, das könnte man vor einem eigenen Kind nicht ansatzweise erahnen ! Dieses Gefühl, diese Mutterliebe übersteigt alles, was ich bis dahin gefühlt habe!

    Liebe Grüße
    Britta von http://www.fulltime-mami.blogspot.com

  5. Hallo Marilena,

    wo fange ich jetzt nur an??????

    Ich glaube wenn wir uns jemals persönlich begegnen, wir würden uns sofort verstehen!

    All das was du geschrieben hast, ich stimme dir zu 100% zu. Auch ich hätte nie für möglich gehalten welch tiefe Liebe man für das eigene Kind empfinden kann. Diese Liebe ist so unendlich groß, so unendlich bedingungslos. Und auch wenn man einmal überfordert ist und über seine Grenzen hinausgeht, wenn man denkt „Ich kann nicht mehr!“ … diese Liebe bleibt.

    Und das obwohl ich früher NIE eine Mama sein wollte. Doch dann hat sich alles geändert. Ich bin meinem Mann begegnet und ich bin schwanger geworden. Und mein Leben hat sich um 180C gewandelt. In dem Jahr in dem ich mir zum Ziel gesetzt hatte am Ironman in Frankfurt teilzunehmen, lief ich letzten Endes nicht über die Ziellinie, nein ich bekam mein Wunder. Mein Blümchen. Mein Wichtigstes!!!!

    Ja, es war zu Anfang schwer und es hat gedauert bis ich mich in meine neue Rolle als Mama gefunden habe, aber wann immer meine Tochter mich anlächelte war es und ist es unbeschreiblich.

    Ich könnte noch so vielles schreiben, aber ich glaube das ist gar nicht nötig um zu verstehen.

    Ich danke dir für deinen schönen Artikel. Ich habe ihn total gerne gelesen und würde sofort an alles erinnert was ich bisher schon als Mama erlebt habe.

    Liebe Grüße
    Andrea

    Von: https://wolken-sternchen.com
    (Lese- und Hörspielgeschichten für Kinder und ihre Eltern)

    1. Oh, ich freue mich so über deine wunderbaren, lieben Worte gerade!
      Ich kann dich komplett verstehen! Bei mir hat es auch gedauert, bis ich das Mama sein so richtig genießen konnte. Die typische Vollblut-Mama bin ich wahrscheinlich auch heute noch nicht. Die kleine Maus ist aber das Beste was mir je passiert ist. Wahnsinn, dass du das auch so erlebt hast!

      Liebe Grüße <3

  6. Der Text ist toll geschrieben! Der Punkt mit den Freunden finde ich wirklich sehr erschütternd. Eine Freundin von mir hat auch ein Neugeborenes und da verstehe ich total, dass die Zeiten, in denen man mal kurz ganz spontan was gemacht hat, einfach vorbei sind.

    Liebe Grüße,
    Lina von linalawnista

  7. Schöner Beitrag! Meine beiden Kinder haben mein Leben auf den Kopf gestellt. Was ich gerne vorher gewusst hätte? Dass es mit 2 Kindern wirklich doppelt so anstrengend ist als mit einem. 2 Kleinkinder haben es wirklich in sich … aber ich möchte meine beiden Lieblinge natürlich nie mehr missen. Das schönste Geschenk auf Erden <3!

    Liebe Grüße
    Verena

  8. Das mit den Freunden kenne ich auch, aber dafür treten andere ins Leben. Ist wohl so, wenn die Interessen zuweit auseinandergehen. Du hast wundervolle Zeilen gefunden. Ich habe 3 (erwachsene) Kinder, die Liebe bleibt ein Leben lang und wenn dann die Enkelkinder kommen, erfährt man noch einmal diesen Zauber und dieses Glück

  9. Da verstehe ich Dich sehr sehr gut! Ich muss sagen, ich bin froh, dass ich einiges nicht gewusst habe, sonst hätte ich mir den Kopf zerbrochen darüber!

    So bin ich jetzt in jede Situation reingewachsen, klar tauscht man sich mit anderen Mütter aus, aber so wie es ist, bin ich sehr zufrieden!

    Danke Dir für Deinen tollen Bericht!

    Hab einen schönen Montag!

    xoxo
    Jacqueline

  10. Hey meine Liebe,

    wow, tolle Worte mit Gänsehaut- Faktor! Ich habe auch noch keine Kinder, sind aber schon geplant… auch gebe ich dir mit deinem Absatz „Freunde“ Recht… ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht und halte mich daher immer nur an ganz wenige Mädels….

    Liebe Grüße

  11. Huhu,

    ich selber habe bisher noch keine Kinder und habe auch noch keine geplant, aber ich habe einen kleinen Bruder der stolze 16 Jahre jünger ist wie ich und weiß dadurch auch schon recht gut das so ein kleiner Wurm das ganze Leben auf den Kopf stellen kann und man sich den neuen Gegegebenheit anpassen muss. Planen ist dann nicht mehr, denn es lässt sich mit einem Kind nicht alles durchplanen.

    Dein Beitrag ist sehr schön formuliert und ich denke, jeder der die Erfahrung mit einem Kind hat stimmt dir voll und ganz zu.

    Lg
    Steffi

  12. Toller Beitrag. Man wächst mit seinen Aufgaben. Und dann noch diese riesige Liebe, wie man sie vorher noch nicht kannte! Ein ganz großes Gefühl. Dann ist alles andere garnicht mehr schlimm, zum Beispiel, dass man absolut fremdbestimmt lebt. Denn das Wesen, dass einen so einnimmt, das liebt man so so sehr.

    LG, Bea.

  13. Toller Beitrag allerdings lese ich da mit einem kleinem Schmunzel, denn so kann man nur schreiben wenn man erst ein Kind hat. Wenn mal mehrere da sind muss das kleine Wesen einfach ab und zu zurück stecken, aber auch das geht ! abr Grundsätzlich ist es so wie du schreibst und die Liebe zu den Kinder wird nicht weniger bei mehreren sondern nur mehr 🙂

    LG von einer 4fach Mama aus Norwegen
    Ina

  14. Ich kann vieles von dem, was Du schreibst unterschreiben. Unser Fräulein ist jetzt gerade 13 Monate alt und unsere Vorgeschichte ist ähnlich. Wir haben allerdings schon länger theoretisch geplant, aber direkt nach den Flitterwochen unserer kirchlichen Hochzeit war klar, dass es geklappt hat. Auch ich habe geglaubt, dass ich in der Elternzeit ja viel Zeit haben würde für Dinge, die ich immer schon machen wollte oder die mir einfach gut tun. Tja, und dann saß ich mit meinem 2 Monate alten Baby eines Morgens beim Füttern und dachte, einerseits vergeht die Zeit wie im Flug, andererseits ist jeder Tag gleich und gefühlt passiert nichts außer füttern, wickeln, schlafen und von vorne. Das änderte sich (zum Teil jedenfalls) als das Fräulein anfing auf mich zu reagieren und auch mal längere Zeit wach war.
    Ich habe das Fräulein schon sehr früh auch mal bei Papa oder Oma und Opa gelassen und das war bei uns auch gar kein Problem. Und nun ist sie mind. zweimal in der Woche bei meinen Eltern, was sowohl ihr als auch den beiden sehr gefällt und mir das Gefühl gibt, es ist immer jemand da, wenn mal was sein sollte.
    Tja, und die Liebe zu diesem kleinen Wesen? Die hat bei uns ein bißchen gebraucht. Ihre Geburt war sehr schnell, aber leider nicht ganz problemlos und daher hatten wir einen etwas schwierigen Start, aber nun geb ich sie nicht mehr her! Es ist so wunderbar zu sehen wie sich so ein kleiner Mensch entwickelt und was für einen Charakter auch schon diese Minimenschen haben. Und so gerne ich sie auch so klein und süß behalten würde, so wunderbar ist es auch ihr bei der Entwicklung und jedem kleinen Schritt zuzusehen.

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