Was ist Mikroplastik und warum ist es gefährlich?


Blogparade, Nachhaltigkeit, Zero Waste / Sonntag, Februar 18th, 2018

Heute ist Tag Vier in der Fastenzeit. Ich stehe also noch ganz am Anfang meines Selbstversuches 40 Tage lang plastikfrei zu leben. Tatsächlich fällt es mir leichter als gedacht. Morgens gehe ich bewaffnet mit meinem Baumwollbeutel zum Bäcker, Obst und Gemüse kaufe ich beim Bauern. Den Rest schafft man dann auch zum großen Teil irgendwie, wenn man lernt auch mal auf etwas zu verzichten. Leckere Nougathörnchen zum Beispiel. Da ist jedes einzeln in Plastik verpackt und drumherum ist noch mal Plastik. Muss das sein? Die bleiben also im Regal. Und in dem geliebten Peeling findet man dann Mikroplastik. Das kann mitunter frustrierend sein. Mein größtes Problem ist aber die Milch. In den Supermärkten in unserer Umgebung konnte ich einfach noch keine laktosefreie Milch in Glasflaschen finden.

Du siehst, es ist zwar leichter als gedacht, aber problemlos klappt es dann doch nicht. Da stellt man sich schnell die Frage, weshalb man das eigentlich macht. Wieso ist es so wichtig überhaupt auf Plastik zu verzichten? Schließlich tun andere es ja auch nicht, da kann es ja im Zweifel nicht viel ausmachen, wenn man selbst dann auch nicht darauf achtet. Dabei ist vor allem Mikroplastik nicht ungefährlich und ich möchte dir zeigen weshalb. Denn lass mich dir mit auf den Weg geben: Du kannst den Unterschied machen!

 

mikroplastik-was-ist-es-und-warum-ist-es-gefaehrlich

 

Zu Mikroplastik zählen alle Plastikteilchen, welche kleiner als 5mm sind. Sie sind also zum Teil mit dem menschlichen Auge gar nicht erkennbar. Das macht sie aber leider nicht ungefährlicher oder leichter abbaubar für unsere Umwelt. Im Gegenteil. Man geht davon aus, dass Mikroorganismen nicht in der Lage sind, Kunststoffe vollständig zu zersetzen. Plastikteilchen werden also kontinuierlich kleiner, aber nicht vollständig abgebaut. (Quelle: Umweltbundesamt)

Ein hausgemachtes Problem

Mikroplastik entsteht auf zwei ganz einfach Arten. Entweder es wurde industriell hergestellt, um Kosmetik- und Hygieneprodukten zugefügt zu werden oder es entsteht beim Zerfall von größeren Plastikteilen. Das industriell hergestellete Mikroplastik begegnet dir beim genauen Hinsehen in vielen alltäglichen Produkten. Ganz gleich ob Shampoo, Duschgel, Peeling oder Make-Up. Im Grunde finden wir es überall. Und wenn wir ganz ehrlich sind, wäre es in diesen Fällen verzichtbar.

Mikroplastik gefährdet unsere Gesundheit

Über Abwässer gelangen die Mikroplastik-Teilchen früher oder später in unsere Meere. Spätestens an diesem Punkt sollten wir uns große Gedanken darüber machen, denn inzwischen schwimmen riesige Mengen dort herum. Tatsächlich geht man sogar davon aus, dass zum Beispiel im nordwestlichen Mittelmeer auf zwei Planktontierchen ein Teilchen Mikroplastik kommt. (Quelle: UBA)

„Je kleiner das Mikroplastik, desto wahrscheinlicher verwechseln Muscheln, Würmer oder Fische die Partikel mit Nahrung oder nehmen sie passiv durch Filtration auf.“

– Nadja Ziebarth, Meeresschutzexpertin BUND

Die Auswirkungen von Mikroplastik auf Meeresorganismen reichten von physiologischen Störungen über Tumorbildung bis hin zu erhöhten Sterberaten. Zusätzlich bedenklich ist es, dass Mikroplastik Giftstoffe im Wasser wie ein Magnet anzieht. Das ist für unsere Gesundheit mehr als bedenklich! Denn die Schadstoffe gelangen über die Meereslebewesen in unsere Nahrungskette und auf einmal sind wir unmittelbar betroffen. (Quellen: BUND & UBA)

Nur handeln hilft

Die großen Unternehmen haben sich zwar freiwillig selbstverpflichtet, weitgehend auf Mikroplastik zu verzichten, aber längst nicht alle tun es. In diesem Falle hilt es also nur, sich intensiv damit zu beschäftigen in welchen Produkten Mikroplastik enthalten ist und diese in der Folge zu meiden. Der BUND hat dazu einen Einkaufsführer herausgegeben, der regelmäßig aktualisiert und erweitert wird. Für mich besonders erschreckend: Auch Produkte für Babys und Kindern sind vor Mikroplastik nicht sicher. Und das von großen Marken, denen man als Verbraucher vermeintlich sein Vertrauen schenkt.

In welchen Produkten bist du schon unerwartet auf Mikroplastik gestoßen? Kanntest du es vielleicht noch gar nicht?

Lass gerne ein Kommentar mit deinen Erfahrungen da, schreibe eine E-Mail an marilena@marilenamueller.de oder nutze das Kontaktformular. Und vergiss nicht bei unserer Blogparade #40tageplastikfrei mitzumachen!

12 Kommentare zu “Was ist Mikroplastik und warum ist es gefährlich?”

  1. Liebe Mari,

    die Blogreihe ist super! Ich beschäftige mich schon ein bisschen länger mit dem ganzen Zero Waste, kein Plastik Thema, hab mich aber bisher noch nicht wirklich aufraffen können, das in die Tat um zu setzen. Wie bist du an die Sache rangegangen? Einfach der Nase nach oder hast du dir ein paar Infoquellen in form von Büchern/Blogs etc besorgt?

    Fürs Erste habe ich mich jetzt dazu inspirieren lassen, bei deinen 40 Tagen mit zu machen 😀

    ganz liebe Grüße aus Dresden!

  2. liebe Marilena,
    ich finde deine Challenge, 40 Tage lang komplett Plastik frei zu leben, so genial – und bin auch gespannt auf eine Review!

    dass du hier so umfassend über Mirkoplastik aufklärst, finde ich aber auch super! leider habe ich inzwischen das Gefühl, man kommt gar nicht um diese kleinen Partikel drumherum … selbst in Naturkosmetik finden sie sich laut INCI teilweise :/

    kommt gut in die neue Woche und liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

  3. Super Challenge! Und wirklich guter Blogbeitrag, wir versuchen auch Plastik zu vermeiden, aber das ist hier in Norwegen noch mal eine Nummer schwerer wie in Deutschland.
    Danke für deinen Einsatz sowohl bei der Challenge wie auch zur Information über den Blog.

    Lg aus Norwegen
    Ina

  4. Hallo Marie,
    ich arbeite im UBA und bei uns ist Mikroplastik immer ein aktuelles Thema. Ich wurde also schnell dafür sensibilisiert und achte seit dem beim Kauf von Kosmetikartikeln auf Produkte mit Mikroplastik zu verzichten. Ich mache mir lieber ein Peeling aus Salz und Öl selber.

    Liebe Grüße
    Bea

  5. Mikroplastik ist so ein fieses Thema! Wenn man einmal anfängt darauf zu achten, springt es einem überall entgegen. Dass es in Shampoos, Zahnpasta und Co. zu finden ist, finde ich auch mehr als bedenklich. Es ist echt ein Minenfeld, bis mal herausgefunden hat, was man am besten meidet.
    Danke also für deine super Tipps immer wieder. Ich finde deine Challenge toll und lese gerne weiter mit, was du uns noch für Denkanstöße geben wirst. 🙂

    Liebe Grüße
    sarah

  6. Hab jetzt gerade wieder gesehen dass 3026 Mal ein Beitrag geteilt wurde von geschälten Eiern in Plastikdosen die so verkauft wurden. Bei 70% der Verpackungen Frage ich mich auch tatsächlich, was das eigentlich soll. Aber ich muss gestehen dass ich noch nicht konsequent genug darauf achte weniger Plastik zu kaufen…

  7. Finde deine Challenge super! Danke, dass du uns an deinen Erfahrungen teilhaben lässt. Ich habe da bisher noch nicht so darauf geachtet, aber du hast mich inspiriert mich mit dem Thema mal mehr auseinanderzusetzen. Danke dafür!

    Liebe Grüße,
    Diana

  8. Ganz tolle Idee und sicher nicht immer ganz einfach. Schön, dass Du aufzuklären versuchst, zum Beispiel über Mirkroplastik. Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Du hast aber so recht – man sollte sich darüber Gedanken machen.

    Ganz wichtiges Thema.

    LG, Bea.

  9. Tolle Challenge! Respekt wenn du das durchziehst. Ich gebe auch immer mein bestes, so wenig Plastik wie möglich zu kaufen – jedoch völlig Plastikfrei zu leben und einzukaufen wäre ganz was anderes 🙂 Auf jeden Fall mal eine Überlegung wert. Danke für den Beitrag!

    Alles Liebe,
    Laura von http://www.lauratopa.com

  10. Hallo, mir gefällt dein Beitrag sehr gut!
    Dein schreibstil gefällt mir wirklich gut!
    Ich denke wir sollten uns vernetzen. Wir haben eine schöne kleine Teichanlage und ich plane für unserem Blog einen Beitrag „Wasser“ da ist das Thema mit Plastik auch enthalten. Hättest du Interesse?

    Liebe Grüße aus Österreich,
    Pia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.