Minimalismus – was heißt das eigentlich?


Minimalismus / Samstag, Februar 10th, 2018

Schon seit einiger Zeit beschäftige ich mich intensiv damit, was es heißt minimalistisch zu leben. Im Idealfall sogar noch ohne Plastik und ohne Müll (Stichwort: Zero waste). Dazu gern an anderer Stelle noch mehr. Lass mich dir sagen, meine Familie und ich sind noch meilenweit davon entfernt, minimalistisch zu leben. Aber wir sind auf einem guten Weg. Aber was heißt das eigentlich, Minimalismus?

„Minimalismus bezeichnet einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsum­orientierten Überflussgesellschaft sieht. Konsumkritische Menschen versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegenzuwirken und dadurch ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben zu führen.“

Wikipedia.de

Diese recht nüchterne Definition von Wikipedia trifft es in meinen Augen schon ganz gut. Zugegeben, ich selbst habe mich noch nie als konsumkritisch bezeichnet, aber vielleicht ist es ja wahr. In erster Linie bedeutet Minimalismus, dass man sich von allem trennt, das man nicht wirklich braucht. Wenn es überflussig ist oder einen nicht glücklich macht, dann sollte man es auch nicht besitzen. Das geht dann so weit, dass man seinen Besitz auf ein absolutes Minimum reduziert. Dieses Minimum führt zu einem Gefühl von Freiheit.

Grundsätzlich definiert jeder Minimalismus ein wenig anders. Der eine braucht dazu eine Capsule Wardrobe und der nächste seine morgendliche Meditation. Wie bei jedem Lebensstil gilt: Es ist was du daraus machst.

 

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Auf einmal wollte ich nicht mehr konsumieren

Das klingt fast wie der Satz einer Drogensüchtigen oder? Gruselig, aber Konsum funktioniert immer gleich. Ob Drogen, Kleidung oder Beautyprodukte. Es gibt abertausende Beispiele dafür. Und ich war dem Materialismus hoffnungslos verfallen. Ich habe mir keine Gedanken darüber gemacht was etwas kostet oder ob ich es wirklich brauche. Wenn ich etwas haben wollte, habe ich es gekauft. Und ganz oft hat sich das dann Stunden, Tage oder Wochen später gar nicht mehr so super angefühlt.

Zu meinem Glück verdienen wir beide nicht schlecht, aber trotzdem haben wir es geschafft im Dezember 2017 mehr Geld in den Wirtschaftskreislauf zu bringen, als wir eingenommen hatten. Das war für mich der große Knall. Schon als ich die uferlose Anzahl Geschenke unter unserem Weihnachtsbaum sah, schämte ich mich. Was war aus mir geworden? Seit diesem Tag verringert sich unser Besitz stetig.

Seit ich Mutter bin, beschäftige ich mich zudem vermehrt mit nachhaltigem Leben im Allgemeinen und meinem ökologischen Fußabdruck im Speziellen. Plastikfrei und Zero waste sind weitere Haltestellen auf unserem Plan. Darüber erzähle ich euch gerne in folgenden Beiträgen noch mehr!

Am Anfang steht das große Ausmisten

Du siehst schon, das mit dem Minimalismus ist ein Prozess. Die wenigsten werden an einem Morgen aufgewacht sein, alles weg geworfen und von da an mit einem Minimum an Besitztümern gelebt haben. Also ganz ruhig. Nichtsdestotrotz muss man irgendwo anfangen und die leichteste Methode ist es wohl immernoch zu Beginn radikal auszumisten.

Radikal heißt, nicht zu zögern. Frage dich bei jedem Stück, ob du es wirklich brauchst. Und wenn du auch nur ansatzweise darüber nachdenken musst, solltest du es aussortieren. Kein klares Ja, ist immer ein Nein! Wir sind mittendrin nach KonMari unser Zuhause neu zu ordnen. Im Vordergrund steht immer die Frage “Does it spark joy?”, also “‘Macht es dich glücklich?”. Du wirst erstaunt sein, bei wie wenigen Dingen du das wirklich eindeutig mit Ja beantworten kannst.

Du musst nicht alles wegwerfen

Die KonMari-Methode ist toll, um Ballast abzuwerfen. Allerdings soll man die Dinge direkt wegwerfen, damit man nicht in Versuchung kommt, sie wieder einzuräumen. Ist das nachhaltig? Nein.

Mein Tipp: Sortiere alles auf drei Stapel. Wegwerfen, zu verschenken, zu verkaufen.Bei Kleidung zum Beispiel kannst du getrost alles wegwerfen, das nicht mehr tragbar ist durch Beschädigungen oder Verschmutzungen. Besonders tolle Teile kannst du versuchen zu verkaufen, alles andere wandert in die Altkleidersammlung zum Beispiel vom Roten Kreuz. Da kannst du dir sicher sein, dass es ankommt. Bei den Teilen, die du verkaufst, solltest du dir ein klares Zeitlimit setzen. Was bei uns nicht innerhalb einer Woche (so lange läuft z.B. meist eine eBay-Auktion) verkauft ist, wandert ebenfalls in die Altkleidersammlung. Das ist dann bei manchen Teilen wirklich schade, aber es ist keine Lösung, sie wieder in den Schrank zu hängen, wo sie mich belasten.

Minimalismus ist aufregend

Je mehr wir unseren Besitz reduzieren, desto befreiter fühle ich mich. Nicht mehr so erdrückt. Die Gründe, weshalb ich überzeugt davon bin, dass Loslassen glücklich macht, habe ich dir schon in einem vorigen Beitrag mitgebracht. Minimalismus schafft Platz für die Dinge, die wirklich wichtig sind. Und das sind sehr selten Gegenstände, sondern meistens Menschen und Erinnerungen. Schaff also Platz für diese wichtigen Menschen und Erinnerungen und mach auch du dich frei von den unnötigen Gegenständen, die dein Leben, dein Zuhause und deine Gedanken belasten!

Was fasziniert dich am Minimalismus? Hast du Tipps und Tricks wie man sich den Einstieg erleichtert?

Schreib mir doch eine E-Mail an marilena@marilenamueller.de oder nutze das Kontaktformular!

17 Kommentare zu “Minimalismus – was heißt das eigentlich?”

  1. ein sehr feiner Beitrag meine Liebe! ich habe mich auch schon einige mal emit dem Thema Minimalismus beschäftigt – bzw. ist das ja ein kontinuierlicher Prozess!
    v.a. was Kleidung angeht: seit gut 3 Jahren baue ich an meiner Capsule Wardrobe … am Anfang steht da auch erstmal großes Ausmisten! wichtig aber auch, dass man das immer wieder macht 😉

    ich kann dir Marie Kondos „Ausmist-Fibel“ nur sehr ans Herz legen für den Anfang 🙂

    hab einen schönen Sonntag und liebste Grüße auch,
    ❤ Tina von http://www.liebewasist.com

  2. Toller Beitrag,
    bei mir hapert es schon beim Ausmisten.
    Von vielen Dingen kann ich mich trennen, aber von vielen eben leider auch nicht.
    Aber ich denke, dass ist auch individuell.
    Ansonsten ist die Denkweise schon genial und mein Sohn lebt sie auch.
    Hier kann und will ich sie nicht radikal durchziehen. Beim Essen und Plastik schon, der Umwelt zuliebe und der Gesundheit zuliebe.
    Aber meine Wohnung darf nicht zu minimalistisch sein, denn dann ist es wieder steril und das gefällt mir persönlich als Wohnraum nicht.
    Angucken ja, drin leben nein
    LG Sabana

  3. Ein sehr schöner Artikel!
    Meine Kinder räumen gerade ihre Zimmer nach diesem Prinzip azs. Bin gespannt auf das Ergebnis später.
    Ich fühle much durch Dich nun auch richtig motiviert. Danke!
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag!

  4. Danke für deinen tollen Beitrag. Ich beschäftige mich seit einer Weile auch wieder mehr mit den Themen Nachhaltigkeit. Gerad ein der Weihnachtszeit hab ich ein richtig „abstoßendes“ Gefühl gegen diesen Konsumwahnsinn bekommen – und entsprechend nur Geschenke gemacht, die nicht käuflich sind. Auf Netflix gibt es eine tolle Doku „Minimalism“. Kann ich dir sehr empfehlen 🙂 Bin gespannt wie es weiter geht bei dir 🙂

    LG! Silvie

  5. Ein sehr interessanter und informativer Artikel. Danke, dass du deine persönliche Einstellung zu diesem Thema mit uns teilst. Ich jedenfalls bin nach dem Lesen dieses Beitrages motiviert, mich selbst mehr an der Nase zu nehmen und damit zu beginnen, minimalistischer zu leben. Alles auf einmal werde ich wohl nicht umsetzen können, aber wie du sagst, es ist ein Prozess.

    Liebe Grüße, Kay.
    http://www.twistheadcats.com

  6. Hey,

    ich finde gerade zur heutigen Zeit ist es ein richtig wichtiges Thema. Die Leute kaufen und kaufen und es wird auch so oft weggeworfen das es schon ekelig ist 🙁 Ich hoffe, das dieser Artikel viele Menschen anregt nachzudenken bevor man immer mehr Zeug kauft was man gar nicht benötigt.

    Lg
    Steffi

  7. Ich befasse mich auch immer mehr mit dem Thema Minimalismus. Als ich im Dezember auf Kuba war, habe ich einfach gemerkt, dass es nicht viel im Leben braucht um glücklich zu sein. Seitdem beschäftige ich mich intensiv mit meinem Konsumverhalten. Schön, dass du hier nochmal ein paar Denkanstöße gibst <3

  8. Ich finde es schon ganz wichtig, Verpackunsmüll zu reduzieren und – wenn dann doch Müll anfällt – diesen auch konsequent vor der Entsorgung zu trennen. Aber ich denke, da sind wir in Deutschland schon ziemlich weit.

  9. Ich beschäftige mich zwar nicht aktiv mit Minimalismus, integriere diesen Lebensstil aber nach und nach in meinen Alltag. Das fängt beim Ausmisten an, geht beim Job als Selbstständige weiter und betrifft noch so vieles mehr. Im Endeffekt muss einfach jeder für sich einen guten Mix finden!

    Alles Liebe,
    Verena
    whoismocca.com

  10. Toller Beitrag. Ich sollte unbedingt damit anfangen, jetzt ist gerade ein guter Start. Ich möchte hier einiges verändern, was daran liegt, dass ich mich verändert habe. Und da ich hier nichts ändern kann ohne dass etwas geht, wird einiges gehen. Deine Tipps werde ich berücksichtigen.

    LG, Bea.

  11. Ich muss ehrlich gestehen, so wirklich faszinierend finde ich den Minimalismus gar nicht.
    Natürlich sollte man aussortieren was man nicht mehr braucht oder was einen nicht glücklich macht. Ich selber habe Magic Cleaning gerade gelesen und sortiere aus. Das habe ich zwar davor auch schon gemacht, aber eben nicht so zielstrebig und besonders nicht in den Bereichen Papierkram und Erinnerungen.
    ABER….ich kenne auch Menschen bei denen der Minimalismus zu einer Sucht wurde. Die sich nämlich fortan irgendwann alles versagten und damit eigentlich gar nicht glücklich waren. Aber sie durften Teil XY auf keinen Fall kaufen weil es nicht nötig war und reiner Konsum.
    Diese Form von Minimalismus ist für mich ebenfalls krankhaft und schädlich.
    Daher bin ich dafür genau so zu leben wie es für einen selber optimal ist, als Minimalist oder Maximalist oder irgendwo dazwischen, aber Hauptsache Glücklich.

  12. Danke für diesen Beitrag. Ich versuche mich momentan auch etwas mir dieser Thematik zu beschäftigen. Wenn ich von meinem Auslandseibsatz zurückkomme, hatte ich auch erstmal mir vorgenommen einige Veränderungen vor zu nehmen 🙂
    Viel Erfolg weiter hin und vor allem Viel Spaß

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